Forschungsschwerpunkte

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Die Forschung am Lehrstuhl für Marketing & Business Development der Universität Hohenheim folgt einem entscheidungs-, methoden- und anwendungsorientierten Ansatz. Ihr Ziel ist es, Forschungsfragen aufzugreifen, die in der Praxis von besonderer Relevanz sind. Mit der Entwicklung von geeigneten Methoden möchten wir Unternehmen Hilfestellung bei betriebswirtschaftlichen Entscheidungen bieten. Thematisch interessieren uns insbesondere Fragestellungen des Verhandlungsmanagements und des Business Development sowie Fragestellungen im Bereich der Marktforschung (insbesondere der Conjoint-Analyse).

Verhandlungsmanagement

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In und zwischen Unternehmen sind viele Entscheidungen das Ergebnis von Verhandlungsprozessen. Trotz deren täglichen Präsenz fehlen häufig Management-Prozesse, die darauf abzielen, die in und zwischen Unternehmen stattfindenden Verhandlungen zu optimieren. Ziel unserer Forschung im Bereich Verhandlungsmanagement ist es, Forschungsbeiträge zur Verbesserung der Verhandlungsperformance von Unternehmen bereitzustellen.

Präferenzrekonstruktion in automatisierten Verhandlungen und digitalen Unterstützungssystemen

Für die Gestaltung von Verhandlungsangeboten müssen Unternehmen einschätzen, welche Eigenschaften eines Angebots die Gegenseite bevorzugt und welche Zugeständnisse für sie akzeptabel sind. Entsprechende Informationen liegen jedoch nicht immer vollständig oder eindeutig vor. Unser Lehrstuhl untersucht, wie automatisierte Verhandlungs- und digitale Unterstützungssysteme aus Angaben, Angebotsverläufen und weiteren Interaktionssignalen Präferenzen rekonstruieren können. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Informationen hierfür genutzt werden, welche Annahmen ihrer Interpretation zugrunde liegen und wie die daraus abgeleiteten Präferenzeinschätzungen überprüft werden. Auf Grundlage einer systematischen Literaturauswertung beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichen Ansätzen zur Präferenzrekonstruktion und den Kriterien, anhand derer ihre Leistungsfähigkeit bewertet wird. Dabei betrachten wir insbesondere das Verhältnis zwischen der Güte einer Präferenzeinschätzung und ihrem Nutzen für Verhandlungsentscheidungen. Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der Entscheidungsunterstützung unter unsicheren Informationsbedingungen herauszuarbeiten. 

Publikation

Drews, S./Voeth, M. (2026): Preference Reconstruction in Automated Negotiation and Negotiation Support Systems: A Systematic Literature Review. Proceedings of the 26th International Conference on Group Decision and Negotiation, Katowice, S. 79-94. 

Ansprechpartner
Sebastian Drews, M.Sc.

Machtdynamiken in Verhandlungen

Chip-Krise, Rohstoffknappheit und unterbrochene Lieferketten verdeutlichen, wie stark sich die Rahmenbedingungen in B2B-Geschäftsbeziehungen verändert haben. In Verhandlungen bestimmten über Jahrzehnte hinweg mächtigere Abnehmer einseitig die Konditionen. Nicht selten wurden Lieferanten in Preisverhandlungen in die Folterkammer gesteckt und durch restriktive Verträge der anderen Partei geknebelt. Diese Machtverhältnisse geraten nun ins Wanken: Wo Ressourcen und Vorprodukte knapp werden, gewinnen Lieferanten merklich an Einfluss und damit Verhandlungsmacht. Unternehmen sehen sich dabei mit einem grundlegenden Perspektivwechsel konfrontiert. Es besteht die Notwendigkeit, bestehende Machtverhältnisse auf den Prüfstand zu stellen und Verhandlungsstrategien anzupassen. An die Stelle der Durchsetzung eigener Interessen tritt zunehmend ein partnerschaftlicher Gedanke.

 

Hier setzt die Forschung an. Sie untersucht, wodurch Machtverschiebungen in B2B-Verhandlungen und Geschäftsbeziehungen überhaupt verursacht werden und beleuchtet dabei sowohl strukturelle als auch wahrnehmungsbasierte Auslöser. Darauf aufbauend soll analysiert werden, wie sich solche Entwicklungen auf Verhandlungsverhalten und deren Ergebnisse auswirken. Anschließend sollen

 

Ansprechpartner

Business Development

Viele Unternehmen stoßen mit ihren etablierten Geschäftsmodellen auf Grund von sich schnell wandelnden Märkten, stagnierenden Märkten oder neuen Technologien an ihre Grenzen. Bei der Anpassung von Geschäftsmodellen in Organisationen bietet das Business Development entsprechende Hilfestellung. Ziel unserer Forschung ist es, für betriebswirtschaftliche Aufgaben der Querschnittsfunktion Business Development wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen.

KI im Marketing

Für die Auswahl und Anpassung von Dienstleistungen müssen Unternehmen Kundenpräferenzen einschätzen, obwohl vorhandene Informationen unvollständig, widersprüchlich oder nicht mehr aktuell sein können. Frühere Kaufentscheidungen lassen sich beispielsweise nicht ohne Weiteres auf eine neue Servicesituation übertragen. Unser Lehrstuhl beschäftigt sich mit der Frage, wie KI historische Kundeninformationen und Angaben aus der unmittelbaren Interaktion zu einer überprüfbaren Präferenzeinschätzung zusammenführen kann. Im Mittelpunkt steht, wann diese Einschätzung eine Serviceentscheidung rechtfertigt und wann zunächst zusätzliche Informationen eingeholt werden sollten. Hierzu wurde ein konzeptionelles Vierphasenmodell entwickelt, das die Informationsverarbeitung, die Serviceentscheidung und die nachfolgende Überprüfung und Anpassung miteinander verbindet. Für die gezielte Klärung werden die Sicherheit der Einschätzung, die möglichen Folgen einer Fehlentscheidung und der Klärungsaufwand berücksichtigt. Ziel ist es, eine Grundlage für KI-gestützte Serviceprozesse zu schaffen, in denen unsichere Präferenzannahmen erkannt und vor einer darauf beruhenden Entscheidung überprüft werden können.

Eingereichter Beitrag

Drews, S./Voeth, M.: Von Kundeninteraktionen zu Serviceentscheidungen: Dynamische Präferenzzustände in KI-gestützten Serviceprozessen. Eingereichter Buchbeitrag.

Ansprechpartner
Sebastian Drews, M.Sc.